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Hamburg

Tränen rollen auch 40 Jahre danach: Erste Erfahrungen aus der Osnabrücker Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder

(30.01.12, 21:46 Uhr) Osnabrück. „Ich führe jeden Tag nur ein Gespräch. Mehr mute ich mir nicht zu.“ Heiner Steffens leitet die zu Jahresbeginn von der Stadt eingerichtete Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder. Die Menschen, die zu ihm kommen, haben Schlimmes erlebt. Und bisher hat jeder im Gespräch geweint.

Mit Inkrafttreten des Fonds Heimerziehung 1949 bis 1975 zu Beginn des Jahres hat die Stadt Osnabrück wie alle niedersächsischen Städte und Landkreise die Anlaufstelle eröffnet. Geleitet wird sie von Heiner Steffens, dem Geschäftsführer des Familienbündnisses. 40 Telefonate sind in den ersten zwei Wochen bei ihm eingegangen, fünf intensive Gespräche folgten bisher. Gespräche, die an die Substanz gehen, sagt Steffens und fügt erklärend an: „Wenn Sie an Filme über Sklaven in den USA denken – die hatten es zum Teil besser als manche Heimkinder.“
 
Sie wurden zur kostenlosen Arbeit zu Bauern geschickt, den Lohn steckte das Heim ein. Sie wurden geschlagen und gedemütigt. Einen Fall von sexuellem Missbrauch hatte Steffens bisher: Das Kind wurde nachts aus seinem Bett in das eines Erwachsenen geholt. Weil es am nächsten Tag müde war und die aufgetragene Arbeit weder schnell genug noch zur Zufriedenheit der Erzieher erledigen konnte, gab es Prügel, oder das Kind wurde allein eingesperrt – ohne Essen und Trinken.

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Foto: Colourbox
Text: Ulrike Schmidt

Kommentare

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30.01.12, 23:55 Uhr

das so viel Grausamkeit in den Menschen steckt - das kann ich nach wie vor nicht verstehen.
Ich kann es nachvollziehen, dass man auch Jahre nach einem schlimmen Erlebnis , es recht bei jahrelangen Erlebnissen, immer noch weinen muss.


Lebe heute und jetzt, denn wenn du zu sehr in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebst, verpasst du das Beste!

     
     
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    31.01.12, 18:07 Uhr

    heftig


    1000 leute sitzen gerade am pc
    550 schreiben gerade eine nachricht und 449 hören musik
    und 1 dummer mensch liest gerade diese signatur

       
       
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      03.02.12, 20:50 Uhr

      Ich hasse Menschen die Hilflose quälen, bin überdurchschnittlich friedlich, aber wenn ich so einen treffen würde...ich weiss nicht was dann passieren würde!


      Gönn Dir was Gutes auch wenn Du in Not bist, was nützt Dir das Leben wenn Du erst tot bist...